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Robert Negoiţă​ © European Union/Patrick Mascart

COSME-Nachfolgeprogramm

Städte und Regionen fordern ein stabiles KMU-Förderprogramm über das Jahr 2020 hinaus. Im COSME-Nachfolgeprogramm muss die Vielfalt der KMU und der Gebiete einen besonderen Stellenwert bekommen.

Um für eine vorhersehbare und solide Unterstützung der KMU im neuen Programmplanungszeitraum (2021-2027) zu sorgen, haben die Mitglieder des Europäischen Ausschusses der Regionen (AdR) Denkanstöße für ein erneuertes und gestärktes COSME-Nachfolgeprogramm geliefert. Die lokalen und regionalen Mandatsträger verabschiedeten die Stellungnahme von Robert Negoiţă auf der Plenartagung am 31. Januar in Brüssel.

Besseres regionales Unternehmensumfeld

Das von 2014 bis 2020 laufende COSME-Programm ist das wichtigste Instrument der Europäischen Kommission zur Unterstützung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Das Programm ist mit 2,3 Mrd. EUR ausgestattet und soll den KMU leichteren Zugang zu Finanzierungen und Märkten eröffnen sowie für wettbewerbsfreundlichere Rahmenbedingungen und mehr Unternehmergeist sorgen. Ein besseres regionales und lokales Unternehmensumfeld muss das Ziel eines jedweden Nachfolgeprogramms nach 2020 sein, meint Robert Negoiţă (RO/SPE), Bürgermeister des 3. Bezirks von Bukarest und Berichterstatter für die verabschiedete Stellungnahme des AdR zur Zukunft des COSME-Programms nach 2020.

Arbeitsplätze vor Ort

„Die KMU sind die wichtigsten Wachstums- und Beschäftigungslokomotiven in Europa. Sie bilden das Rückgrat der Wirtschaft in den Regionen und sie bieten stabile Arbeitsplätze vor Ort. Ein neues und gestärktes COSME-Programm muss unternehmerische Initiativen in allen Branchen und Gebieten stimulieren, auch in den weniger entwickelten, abgelegenen sowie stadtnahen Regionen. Es muss außerdem entwickelte Regionen mit solchen verbinden, die noch aufholen. Dies wird zur Lösung der Probleme beitragen, die den Regionen am Herzen liegen und die KMU-Politik in der Europäischen Union verbessern“, erklärt Robert Negoiţă.

Der Berichterstatter stellt fest, dass eine breite Unterstützung vor allem beim Zugang zu Finanzierungen wichtig ist, die den Löwenanteil (61 %) der COSME-Mittel ausmachen. „Es sollte keine Rolle spielen, ob ein Unternehmen eine traditionelle KMU, ein Kleinstunternehmen, ein schnell wachsendes Start-up oder ein Expansionsunternehmen ist. Auch sollte es nicht ausschlaggebend sein, in welchem Wirtschaftszweig oder wo das Unternehmen tätig ist. Wir müssen unsere KMU in allen Phasen ihrer Entwicklung unterstützen, angefangen bei der Vermittlung unternehmerischer Fähigkeiten über Darlehensgarantien bis hin zur Beschaffung von Risikokapital", erläutert Herr Negoiţă.

„Take-One-System“

Die Krise ist zwar überwunden, doch bleibt die Schaffung von Arbeitsplätzen nach wie vor hinter der allgemeinen Erholung der Wirtschaft zurück, weshalb der Berichterstatter vorschlägt, sich in der Zukunft besonders um die Schaffung von Arbeitsplätzen in KMU und Kleinstunternehmen zu kümmern. Deshalb wiederholt er die Forderung des AdR nach einem europäischen „Take-One-System“, durch das die Einstellung eines ersten Mitarbeiters mit Fördermitteln aus einem neuen COSME-Programm unterstützt werden könnte.

Synergien und Transparenz

Weiterhin schlägt er vor, den Schwellenwert für die Überprüfung der Förderfähigkeit einer KMU im Rahmen von Horizont 2020 von 150 000 EUR auf 500 000 EUR anzuheben und die Darlehenslaufzeit von derzeit eins bis zehn Jahren flexibler zu gestalten. Außerdem ist es ihm wichtig, dass die Synergien und die Transparenz zwischen den verschiedenen KMU-Instrumenten der EU im nächsten Programmplanungszeitraum verbessert und zentrale Kontaktpunkte mit Informationen und Zugang zu allen einschlägigen Instrumenten angeboten werden.

Regionale Förderer

In der Stellungnahme wird auch das Enterprise Europe Network (EEN) begrüßt, dass im Rahmen des COSME-Programms kofinanziert wird und europäischen KMU hilft, die Entwicklungs-, Innovations- und Wachstumschancen jenseits der nationalen und europäischen Grenzen suchen. Der Berichterstatter empfiehlt mit Nachdruck eine Fortsetzung, Ausdehnung und Modernisierung des EEN in einem COSME-Nachfolgeprogramm. Es soll durch ein Netz lokaler und regionaler Förderer von Expansionsunternehmen ergänzt werden, welche die Grundlage interregionaler Partnerschaften bilden könnten, mit denen sich Anbahnungsdienste, interregionale Zusammenarbeit und grenzüberschreitende Investitionen fördern ließen.

Gebietskörperschaften

„Die EEN-Initiative hat sich gerade deshalb auch als ein großer Erfolg erwiesen, weil sie eine enge Zusammenarbeit mit den lokalen und regionalen Gebietskörperschaften und anderen lokalen Akteuren vorsieht. Der nächste Schritt besteht darin, ihre territoriale Abdeckung und Öffentlichkeitswahrnehmung in allen Länder und vor allem auch in ländlichen, abgelegenen und bevölkerungsschwachen Gebieten zu verbessern", so Herr Negoiţă.