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Transparente Gemeinden: Städtebund gratuliert ausgezeichneten Städten

Österreichs Städte sind Vorreiter in Fragen der Transparenz – das zeigt das erste „Transparenz-Ranking“, das Transparency International/Austrian Chapter (TI-AC) Mitte Jänner 2018 vorgelegt hat. Ausgezeichnet wurden unter anderem die Städte Wien, Villach, Graz und Linz.

TI-AC hat im Rahmen der Untersuchung die Webseiten der 50 einwohnerstärksten Gemeinden Österreichs unter die Lupe genommen. Die auf den Webseiten enthaltenen Informationen wurden anhand von 50 Kriterien in zehn Kategorien auf deren Vollständigkeit, Übersichtlichkeit sowie Auffindbarkeit hin überprüft.

Wien internationaler Spitzenreiter

Das österreichische Ergebnis liegt über dem weltweiten Schnitt. Wien nimmt mit seinen 82,72 Prozent einen internationalen Spitzenplatz ein. Ausschlaggebend für die hohe Punktzahl war, dass die Wiener Stadtverwaltung für die Bevölkerung relevante Informationen auf ihren Webseiten proaktiv, leicht auffindbar und in hohem Maße zur Verfügung stellt. Die Plätze zwei und drei belegen Villach und Graz.

„Österreichs Städte und Gemeinden beweisen Tag für Tag Transparenz, denn ihre Leistungen sind bürgernah und dadurch nachvollziehbar“, sagte dazu Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes.

Im Bereich der Finanzen wurde mit der Plattform www.offenerhaushalt.at durch das KDZ – Zentrum für Verwaltungsforschung ein einheitliches Tool geschaffen, in das die Haushaltsdaten eingespeist werden. Über 960 Städte und Gemeinden beteiligen sich bereits an der Plattform, auf der neben interaktiven Visualisierungen auch über 13.000 Datensätze öffentlich zur Verfügung stehen.

Frei verfügbaren Daten

Auch bezüglich der frei verfügbaren Daten sind Österreichs Städte Vorreiter: auf dem Österreichischen Datenportal data.gv.at waren die Städte Wien, Linz, Graz, Innsbruck und Salzburg die ersten, die frei verfügbare Daten veröffentlicht haben. Ein Überblick ist unter https://www.data.gv.at/veroeffentlichende-stellen zu finden.

KDZ -„Subventions-Checker“

Ein weiteres Beispiel ist der KDZ -„Subventions-Checker“ in Städten, wie Salzburg, Linz, Bregenz und Wels. Hier kann man sich über Transferzahlungen zu verschiedensten Projekten in den Bereichen Kultur, Sport, Verkehr, Soziales und anderen Kategorien mit finanziellen Förderungen (Subventionen) informieren.

Aber nicht nur im Finanzbereich zeigen die Städte größtmögliche Transparenz und Nachvollziehbarkeit, auch im Bereich Compliance versucht man neue Wege zu gehen. Mithilfe eines e-learning Programms zum Thema „Eine Frage der Ethik – Wohlverhaltenskodex im kommunalen Bereich“ versucht man allgemein verankerte und erkennbare Compliance-Vorschriften im kommunalen Bereich für alle Betroffenen einsichtig und nachvollziehbar darzustellen. Das E-Learning-Programm wird mittlerweile auch in deutschen Städten angewendet.

In Zukunft könnten die städtischen Daten aber auch zu einer gemeinsamen Transparenz-Portal zusammengeführt werden: „Der Kriterienkatalog von Transparency International könnte Grundlage dafür sein, über ein Online-Portal aller Städte die Informationen auf einer gemeinsamen Plattform zu präsentieren“, regt Städtebund-Generalsekretär Weninger an. „Wir freuen uns, wenn Transparency International ihren Kriterienkatalog zur Verfügung stellt, um auf dieser Grundlage eine gemeinsame Online-Plattform zu realisieren“, regte Weninger an. 

Die vollständigen Ergebnisse des ITG 2017 sind abrufbar unter https://www.ti-austria.at

Quelle:  
www.staedtebund.gv.at