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Bildnachweis: LMZ/Otto Wieser

Erster Wärmepumpenatlas Österreichs erleichtert Planung

Digitale Landkarte zeigt vor Planungsbeginn die Errichtungsmöglichkeiten und wichtigsten Standort-Informationen.

Erstmals in Österreich ist es ab sofort in Salzburg möglich, vor der Errichtung einer Grundwasser- oder Tiefensonden-Wärmepumpe rasch und unkompliziert zu prüfen, ob das am geplanten Standort möglich und zulässig ist. Möglich macht dies der neue elektronische Wärmepumpenatlas, der vom Qualitätsnetzwerk Wärmepumpe entwickelt wurde und auf den Seiten von SAGIS (Salzburger Geografisches Informationssystem) abzurufen ist. Basis dieses Atlas sind die Potenzial- und Eignungskarten der Wasserwirtschaft im Land Salzburg, die für Grundwasserwärmepumpen und Tiefensonden erarbeitet wurden.

"Die Wärmepumpe ist im Eigenheim-Neubau das am häufigsten verwendete System. In rund 60 Prozent der Neubauten bei Einfamilienhäusern wurden Wärmepumpen installiert. Über die Wohnbau- und Energieförderung wurde 2016 der Einbau von 442 neuen Wärmepumpen abgewickelt. Das Qualitätsnetzwerk Wärmepumpe geht von insgesamt rund 850 neu errichteten Wärmepumpen im vergangenen Jahr in Salzburg aus. Das zeigt, wie wichtig eine hohe Qualität bei der Installation der Heizsysteme ist. Der Wärmepumpenatlas ist ein Werkzeug, diese Qualität auf hohem Niveau zu halten und entlastet sowohl Kunden als auch Installateure. Gleichzeitig ist sicherzustellen, dass die Eigenversorgung mit Strom im Bundesland Salzburg gewährleistet wird", so Landesrat Josef Schwaiger, Donnerstag, 11. Mai, bei einem Informationsgespräch mit Andreas Rotter, Innungsmeister der Salzburger Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, und Leonhard Schitter, Vorstandssprecher der Salzburg AG.

Sehr gute Unterstützung für die Arbeit der Installateure

Andreas Rotter, Innungsmeister der Salzburger Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, sieht im neuen Wärmepumpenatlas eine sehr gute Unterstützung für die Arbeit der Installateure: "Der Wärmepumpenatlas liefert mir in sehr kurzer Zeit die wichtigsten Informationen zum Standort, an dem eine Wärmepumpe installiert werden könnte. Ich kann Fragen zu Bodenbeschaffenheit, Grundwasserströmen sowie Schutz- und Schongebieten schon grundsätzlich klären, bevor ich den Kunden über die für ihn möglichen Heizsysteme berate. Auch die Nachbarliegenschaften sind auf einem Blick ersichtlich, der Vermerk über bestehende Anlagen wird deutlich abgebildet. Wenn eine Wärmepumpe in Frage kommt, liefert mir das neue System zudem die Information, wie viel Energie aus dem Boden geholt werden kann und worauf ich bei der Installation einer Wärmepumpe besonders achten muss. Damit bin ich für ein Beratungsgespräch beim Kunden sehr gut vorbereitet und muss nicht Zeit und Geld in eine Planung und Gutachten mit völlig offenem Ausgang investieren", so Andreas Rotter.

Noch mehr Service für Kunden

"Mit dieser neuen Funktion auf der Online-Plattform SAGIS bieten wir unseren Kunden noch mehr Service. Wir bieten mit nur wenigen Klicks eine Erstinformation zum möglichen Einsatz einer Wärmepumpe und unterstützen damit bereits in der Planungsphase", sagte Leonhard Schitter; Vorstandssprecher Salzburg AG, und setzte fort: "Neben der Versorgungssicherheit und den niedrigen Betriebskosten spricht vor allem die Umweltfreundlichkeit für ein Wärmepumpensystem. Da sich die Salzburg AG seit der ersten Stunde zu den Klimazielen des Landes bekennt, setzen wir uns für das weitere Wachstum mit dieser digitalen Unterstützung für unsere Kunden ein."

Probleme im Vorfeld vermeiden

Um zu den Daten für den geplanten Standort der Wärmepumpe zu gelangen, genügt es, die Adresse ins SAGIS (www.salzburg.gv.at/landkarten) einzugeben und man erhält in Kürze die Information, ob dort eine Tiefensonde oder eine Grundwasserwärmepumpe möglich ist und was dabei berücksichtigt werden muss. Ein geologisches Gutachten ist im Planungsprozess für Grundwasser- und Tiefensonden-Wärmepumpen jedoch weiterhin zwingend notwendig.

"In Hallein gab es bespielweise das Problem, dass beim Abstau der Salzach im Winter der Grundwasserstand gesunken war und die Tiefensonde einer Wärmepumpe trocken gefallen ist. Hier war einfach nicht tief genug gebohrt worden. Solche Fehler können mit den Daten des Wärmepumpenatlas künftig mit geringem Aufwand schon vor Planungsbeginn ausgeschlossen werden, ohne dass Kosten anfallen", erläuterte Landesrat Schwaiger.

Salzburger Qualitätsnetzwerk Wärmepumpe

Das Salzburger Qualitätsnetzwerk Wärmepumpe (SQWP) ist eine Kommunikations- und Informations-Plattform zum Thema Wärmepumpe. Es wurde gegründet, um allen Interessierten ein Netzwerk, eine Orientierung bei der Auswahl des passenden Systems sowie eine umfassende Beratung zu bieten. Die Kooperation zwischen dem Land Salzburg, der Salzburger Landesinnung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker und der Salzburg AG garantiert durch ständigen Know-how-Transfer eine hohe Planungs- und Ausführungsqualität bei Wärmepumpen. Dazu hat das Salzburger Qualitätsnetzwerk Wärmepumpe bereits rund 90 Partnerbetriebe, die zyklisch nach den neuesten Erkenntnissen geschult und informiert werden.

Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz, 11.05.2017