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Bildnachweis: STADTGEMEINDE ST.VEIT/GLAN

Stolze Bilanz trotz geringer Unterstützung vom Land

St. Veiter Ganztagsschule: Elternbefragung unterstreicht die Notwendigkeit dieses Schultyps

Am 7. Juli zog der St. Veiter Bürgermeister Gerhard Mock stolz Bilanz über das erste Jahr Ganztagsschule (GTS) in St. Veit, Kärnten: "Die Pädagogen haben in der größten Volksschule Kärntens Pionierarbeit geleistet“, 22 Kinder haben die erste Klasse in dieser Schulform absolviert, nun liegen die Ergebnisse einer umfassenden Elternbefragung vor – die Resonanz unter den Eltern ist beeindruckend.

Die Ergebnisse im Detail

Alle befragten Eltern, sprich 100 Prozent, finden die GTS sinnvoll, 80 Prozent sind mit der Entwicklung der GTS zufrieden. Alle fanden den Wechsel von Unterricht und Freizeit gut, 93 Prozent sind auch mit dem vielfältigen Freizeitangebot zufrieden. Während knapp 90 Prozent den Lernerfolg des Kindes sehr positiv bewerten, empfinden 90 Prozent der Eltern, die Schule als keine Belastung für sie. Alle Eltern waren einhellig der Meinung, dass die Schule kein Stressfaktor ist.

Bürgermeister Mock kommentierte die Ergebniss: „Die Befragung zeigt, dass dieser Schultyp ideal für berufstätige und alleinerziehende Eltern ist. Bildungsministerin Sonja Hammerschmid hat erst vor kurzem ein klares Bekenntnis zur Ganztagsschule abgelegt. Das bestätigt uns in unserer Vorgangsweise.“ Die Vorteile für die Eltern würden klar auf der Hand liegen. Sie würden entlastet, die Kinder erleben Kontinuität, da immer dieselbe Lehrkraft mit ihnen lernt und die Volkschule St. Veit bietet auch die perfekten baulichen und räumlichen Bedingungen an, wodurch die Klassenzimmer zum Lebensraum für  die Kinder werden. Heuer sei laut Mock leider keine neue GTS-Klasse zustande gekommen, deshalb startet die Stadt gemeinsam mit der Schule im Herbst intensive Öffentlichkeitsarbeit in den Kindergärten, um die Eltern über das Angebot zu informieren.  Die bestehende GTS-Klasse werde natürlich bis zur 4. Schulstufe wie geplant fortgeführt.

Harsche Kritik an Land Kärnten

Bürgermeister Mock richtete in einer Pressekonferenz mit Pädagogen der St. Veiter Volksschule eine klare Botschaft an das Land Kärnten, den Landesschulrat und Landesschulinspektor Karl Maier: „Das Ganztagsschulmodell erfährt zu wenig Unterstützung. Wir brauchen gesetzliche Rahmenbedingungen auf Landesebene, damit eine Ganztagesklasse mit ausreichend pädagogischem Personal geführt werden kann.“ Pro Ganztagsklasse erden zwei Lehrer benötigt, das sei derzeit nicht gegeben. Mock appellierte an das Land Kärnten, das Thema Bildung ernst zu nehmen. „Es ist traurig, dass mit Feldkirchen und St. Veit in nur zwei Schulen eine Ganztagsklasse etabliert wurde. Unsere Kinder sind die wichtigsten Ressourcen die wir haben und auch deren Bildung die zentrale Zukunftschance für Kärnten. Wir brauchen im Kärntner Bildungswesen weniger Bürokratie, sondern müssen mehr auf die Bedürfnisse der Schule eingehen.“ Das St. Veiter Gemeindeoberhaupt kündigt demnächst diesbezüglich einen Termin mit Bildungsministerin Hammerschmid an.