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Umweltbundesamt/B. Liebmann

Littering in Österreich

Richtig entsorgen statt achtlos wegwerfen

Österreich verfügt über ein gut funktionierendes Abfallmanagement und Entsorgungsangebot auf öffentlichen Plätzen. Trotzdem werden Abfälle entlang stark befahrener Straßen, auf öffentlichen Plätzen, an Verkehrsumschlagplätzen, in der Nähe von Take-Away-Restaurants, Tankstellen, Einkaufszentren und in Naturerholungsbereichen achtlos weggeworfen.

Das Umweltbundesamt hat im Auftrag des Klimaschutzministeriums erstmals für ganz Österreich erhoben, welche und wie viele Abfälle im Jahr 2018 in der Umwelt weggeworfen wurden.

Jährlich fallen entlang von Straßen mehr als 4000 Tonnen Abfall an, wie die Studie „Littering in Österreich“ zeigt. Littering, das achtlose Wegwerfen von Abfällen wie z.B. Getränkedosen, PET-Flaschen, Take-Away-Verpackungen oder Zeitungen in der Umwelt. Zigarettenstummel sind die am häufigsten achtlos weggeworfenen Gegenstände, österreichweit rund 2,9 Milliarden Stück bzw. fast 500 Tonnen pro Jahr.

Einsammeln statt rauswerfen. Was die einen aus dem Auto oder hinter den nächsten Busch wegwerfen, räumen andere bei den jährlichen Flurreinigungsaktionen in den Bundesländern wieder auf. 163.000 Freiwillige haben sich im Jahr 2018 an Flurreinigungsaktionen in ganz Österreich beteiligt und rund 1.000 Tonnen an Abfall eingesammelt. Seit 2008 hat sich die Anzahl der TeilnehmerInnen österreichweit nahezu verdoppelt.
So erfreulich diese Bilanz ist, so ernüchternd ist die Abfallmenge, die das Umweltbundesamt ermittelt hat. 2018 wurden insgesamt etwa 4.500 Tonnen Abfälle entlang von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen, Zug- und U-Bahntrassen, in und entlang von Gewässern und sonstigen Eintragsgebieten wie Nationalparks und Naherholungsgebieten gelittert.

Mehrweg statt Einweg. Wie eine Sortieranalyse im Burgenland ergab, bestehen rund zwei Drittel der entlang von Straßen eingesammelten Abfälle aus Verpackungen. Den höchsten Anteil dieser Verpackungsmaterialien, fast 23 %, machen Kunststoffverpackungen aus.

Ein Weg, um Littering einzudämmen, ist die Steigerung der Mehrweg-Quote bei Getränken im Lebensmitteleinzelhandel, bei Veranstaltungen und bei Take-Away. Weitere Maßnahmen reichen vom Ausbau des Informationsangebots bis hin zur Einführung von Pfandsystemen.

Gemeinsame Maßnahmen statt verschwendete Ressourcen. Littering ist nicht nur für die Umwelt ein Problem, es verursacht auch Kosten für Städte, Gemeinden und Straßenverwaltung. Insbesondere im Umfeld von Fast-Food-Restaurants, Tankstellen und Einkaufszentren ist laufend ein hoher Aufwand für die Beseitigung der gelitterten Abfälle erforderlich. Um wirkungsvolle Anti-Littering-Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, sollte die Zusammenarbeit zwischen diesen Akteuren und ExpertInnen verstärkt werden. Denn nur durch sachgemäße Entsorgung können Abfälle recycelt, die eingesetzten Materialien im Kreislauf gehalten und Ressourcen geschont werden.

Infokasten: Umweltzeichen

Experten des Umweltbundesamts beleuchten in Kooperation mit public aktuelle Umweltthemen.

Autorin:
Dr. Brigitte Karigl
Kreislaufwirtschafts-Expertin im
Umweltbundesamt