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Standardisierung 2.0

Haben Standards das Ohr nah genug an den Anwenderinnen und Anwendern? Diese Frage stellen sich Standardisierungsorganisationen auf der ganzen Welt. Denn: Standards leben von der Akzeptanz am Markt. Austrian Standards weiß um die Relevanz einer kundenzentrierten Denkweise als wichtiger Erfolgsfaktor und setzt Pilotprojekte in der kommunalen Verwaltung um.

Die Digitalisierung bringt tief greifende Veränderungen mit sich – auch für die Standardisierung. Alles wird beschleunigt, die Technologiesprünge werden immer kürzer. Wir haben uns die Frage gestellt, was das für die Rahmenbedingungen der Standardisierung bedeutet. Eine große Chance sehen wir in der Optimierung der Usability – also die Anwenderfreundlichkeit unserer Lösungen“, so Elisabeth Stampfl-Blaha, Managing Director von Austrian Standards.
Inwiefern die Digitalisierung die Usability von Online-Lösungen für das professionelle Management von Standards optimieren kann, zeigt sich gleich an zwei aktuellen Projekten: Zum einen hat sich Austrian Standards, die Organisation für Standardisierung und Innovation, bereits 2018 im Rahmen des Co-Creation Labs der Wirtschaftsagentur Wien mit der Zukunft des kollaborativen Arbeitens beschäftigt und so neue Erkenntnisse für die Produktentwicklung gewinnen können. Zum anderen wurde mit Jahresbeginn ein gemeinsames Pilotprojekt mit der Stadt Graz (Steiermark) und den Gemeinden Bad Hofgastein (Salzburg), Obritzberg-Rust (Niederösterreich) sowie Wattens (Tirol) für ein zeitgemäßes kommunales Management von Standards per Knopfdruck ins Leben gerufen.

Maßgeschneiderte Normen-Nutzung für kommunale Verwaltungen. Die Aufgaben einer Kommune sind vielfältig und in vielen Bereichen helfen Standards (z.B. ÖNORMEN) der kommunalen Verwaltung bei der effizienten und sicheren Bewältigung eben dieser Aufgaben. Um alle Standards immer bei Bedarf auf Knopfdruck zur Verfügung zu haben, unterstützen digitale Managementlösungen. Austrian Standards möchte die Bedürfnisse der kommunalen Verwaltungen besser verstehen. Deshalb wurde jetzt mit dem Gemeindebund sowie Städtebund ein „Kommunales Pilotprojekt“ gestartet.

Ziel des auf einen Zeitraum von bis zu drei Jahren angelegten Pilotversuchs ist es, ein modernes, kostengünstiges Management für Standards zu entwickeln, das noch effizienter auf die Erfordernisse der kommunalen Anwendung zugeschnitten ist.

Weniger Haftungsrisiken, geringerer Verwaltungsaufwand.  So sollen unter anderem Haftungsrisiken, die durch fehlende oder nicht mehr aktuelle Standards entstehen können, durch einen schnellen Zugriff auf die geltenden Normen verringert werden. Ein weiteres Ziel ist es, den Verwaltungsaufwand insgesamt zu verkleinern. Dazu erhalten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunen, die Standards in ihrem Arbeitsalltag anwenden bzw. einsehen müssen, Zugang zu einem digitalen „Lesesaal“, wo auf Knopfdruck ein einfacher Zugang zum ÖNORM-Portfolio möglich ist. Darin können sowohl die jeweils relevanten aktuell gültigen als auch zurückgezogene Normen digital eingesehen werden.

Die Anwenderinnen und Anwender der Pilot-Kommunen wurden im 1. Quartal 2020 durch praktische Webinar-Schulungen trainiert. Seitdem bestreiten sie ihren Arbeitsalltag mit dem digitalen „Lesesaal“ im Rahmen des Projekts. Zusätzliche begleitende Analysen und Befragungen der Anwenderinnen und Anwender sollen zu einer neuen, maßgeschneiderten Lösung für das praktikable Management von Standards der österreichischen Gemeinden und Städte führen.
Zukunftsfittes Online-Management von Standards. Mit den Pilotprojekten für die kommunale Verwaltung hat Austrian Standards einen ersten Schritt gesetzt, um herauszufinden, wie die Online-Lösungen für die Anwenderinnen und Anwender besser an die spezifischen Kundenbedürfnisse angepasst werden können. Darüber hinaus sollen Anwenderinnen und Anwender von Standards künftig noch stärker aktivierende Möglichkeiten haben, laufend und unmittelbar Praxiserfahrungen und Verbesserungsvorschläge mitzuteilen.